16 Klubmitglieder folgten der Einladung zum Rapidturnier zu Ehren des ältesten Klubmitglieds Wolfgang Eisenbeiss! Glücklicherweise erlaubte es Wolfgangs Gesundheit, am Abend des 12. Januar dabei zu sein und sich so aktiv und mit einem respektablen Ergebnis von 1.5/4 Punkten aus dem Klub zu verabschieden.

Yasin und Mourad Chennaoui bedankten sich bei Wolfgang mit einem Blumenstrauss.
Einen Blumenstrauss gab es für den 93jährigen vor dem Start des Turniers: Yasin Chennaoui und sein Vater Mourad drückten so die hohe Wertschätzung aus, die für Wolfgang im Schachklub St. Gallen empfunden wird. Sein wohlwollendes Wesen, seine mitunter rührende Freude am Königlichen Spiel und an der Begegnung mit den Klubkameraden wirkten auch beim Abschiedsturnier ansteckend. So häufig wie Wolfgang hat in den letzten sieben Jahrzehnten wohl keiner die Klubabende besucht. Auch in den Mannschaftswettbewerben war er sommers wie winters fast immer dabei und auch sportlich eine Stütze seines Teams - mit einigen Erfolgen gegen nominell weitaus stärkere Gegner, besonders gern am Spitzenbrett.

Ehrenmitglied Wolfgang Eisenbeiss (93) im Kreis aller Teilnehmer des Rapidturniers am 12. Januar.
Turnierleiter Frank Wittenbrock zitierte in der Pause des Rapidturniers aus Milan Novkovics Buch „Perlen aus meinem Schachtagebuch“. Milan beschreibt darin seine erste Begegnung mit Wolfgang und wie sich Milans Vermutung bestätigte, dass es sich bei Wolfgang um den Organisator der wohl aussergewöhnlichsten Partie in der Schachgeschichte handelt. Das als „Partie aus dem Jenseits“ bekannte Duell des zweimaligen Vize-Weltmeisters Viktor Kortschnoi mit dem schon 34 Jahre vor der Partie verstorbenen ungarischen Grossmeister Geza Maroczy, dessen Züge über ein Schreibmedium übermittelt wurden. Wolfgang erläuterte am Klubabend konzentriert und klar den eigentlichen Zweck dieser Partie: Einen Beweis für das Leben nach dem Tode zu finden. Mit Recherchen in der Verwandschaft Maroczys vermochte Wolfgang zu unterlegen, dass es sich beim Gegner um Maroczy gehandelt haben müsste. Auch Kortschnoi zollte seinem Kontrahenten Grossmeister-Niveau und taxierte einige Züge als typisch für die Spielweise zu Marozys Lebzeiten. Am Klubabend erläuterte Wolfgang auch Inhalte der „Geistlehre aus dem Jenseits“, so auch der Titel des Buches vom Ehrenmitglied des Schachklubs St. Gallen.
Das Rapidturnier gewann Yasin Chennaoui mit 4/4 vor Jan Fecker und Ruedi Gautschi (je 3/4), siehe auch Tabelle. Alle Teilnehmer verabschiedeten sich dankbar von Wolfgang und wünschten ihm für die verbleibenden Tage auf Erden und alles, was danach kommt: „Alles Gute, lieber Wolfgang“.
Frank Wittenbrock
Interview mit Wolfgang zum Thema Geisteslehre: «Kontakt zur geistigen Welt – Wolfgang Eisenbeiss im Gespräch»
Tagblatt-Artikel zu Wolfgangs 80. Geburtstag: «Der Mann, der Schach spricht»
Schlusstabelle Rapidturnier zu Ehren von Wolfgang Eisenbeiss: Schlusstabelle