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Bittere Niederlage

In engem Match immer hinten gelegen

Platz 7 statt Mittelfeld, nur zwei statt der erhofften vier Punkte auf dem Konto: Beim zuvor punktelosen Schlusslicht Chur SK musste St. Gallen 3 eine bittere Niederlage hinnehmen, die die Aussichten auf den Klassenerhalt stark eintrübt. Das Rest­programm ist schwer, Platz sechs erscheint nur noch mit Exploits erreichbar, wie es dem Team am zweiten Spieltag gegen Bodan 2 gelungen war.
In Chur dauerte es zwar mehr als drei Stunden bis zur ersten Entscheidung, aber das Geschehen - vor allem an den Spitzen­brettern - liess früh nur Hoffnungen auf einen Punkt zu. Benito Rusconi, erstmals an Brett 1 nominiert, verfiel leider auch dort in seinen Rapid-Modus, verlor früh einen Bauern bei zugleich unkoordi­nierter Stellung: Zu viele Nachteile, um gegen einen Routinier wie Fidemeister Slobodan Adzic überhaupt hoffen zu dürfen.
An Brett zwei büsste Adriano Käppeli mit Weiss in der französischen Vorstossvariante einen Zentrumsbauern ein, verteidigte sich zäh und hätte im Endspiel mit drei Leichtfiguren und Bauern auch Remis-Chancen gehabt – letztlich fuhr Dario Bischofberger aber den vollen Punkt ein.
Positiv auf St. Galler Seite: Marcel Schneider setzte den eigenen Vorsatz ("Mit Weiss an Brett 8 muss einfach gewonnen werden") souverän um. Und auch Aljoscha Heinlin fuhr mit Weiss an Brett 6 einen vollen Punkt ein, wenn auch nicht ganz ohne Makel, da beiden Akteuren eine Springergabel entgangen war, die Joschys Aussichten wohl zunichte gemacht hätte.
Ü85-Senior Wolfgang Eisenbeiss baute sich an Brett 7 mit Schwarz gegen Anna Adzic geschickt auf, liess aber den Moment verstreichen, als er mit f5 die weisse Bauernkette attackieren musste. Stattdessen verschenkte Wolfgang einige Tempi, die Weiss bei geschlossenem Zentrum zu einem Aufmarsch am Königsflügel verhalfen. Trotz knapper Zeit vermochte die junge Bündnerin ihren Vorteil gut zu verwerten.
Zäh verliefen die Partien an den Brettern drei bis fünf: Top-Scorer Thomas Schoch stand gegen SSB-Präsident Peter Wyss mit Schwarz lange sehr ordentlich. Dank eines Freibauern übernahm dann aber Wyss mit Weiss die Initiative und für Thomas war mehr als ein Remis nicht drin. In den verbliebenen Partien von Robert Sandholzer und Frank Wittenbrock an den Brettern vier und fünf musste nun möglichst noch ein Sieg her. Beide St. Galler verfügten zwar über Raumvorteile und etwas Initiative, die im gleich- resp. ungleichfarbigem Läuferendspiel (bei Frank plus je ein Turm) aber trotz langem Probieren nicht zum Sieg genügten.
4.5:3.5 für Chur - St. Gallen 3 konnte den Auswärtsfluch auch im siebten Erstliga-Match als Gast nicht ablegen. Nun gilt es gegen Pfäffikon am 30. Juni den Heim­nimbus zu wahren... Frank Wittenbrock

1. Liga  Ost

Die Tabelle nach dem 4.Spieltag


MannschaftMPEP
1. Gligoric 1823½
2. Winterthur 3620
3. SprengSchach 1417½
4. Pfäffikon 1415½
5. Wädenswil 1315
6. Bodan 2314
7. St. Gallen 3213
8. Chur 12

Der Spieltag beim Schachbund

Chur 1  ø1971-St. Gallen 3  ø1979:
am 26.05.2018Erwartung 4:4
Slobodan Adzic (2103)-Benito Rusconi (2002)1:0
Dario Bischofberger (2113)-Adriano Käppeli (2031)1:0
Peter Wyss (1986)-Thomas Schoch (2005)½:½
Paul Risch (2055)-Robert Sandholzer (2108)½:½
Andreas Rupp (2018)-Frank Wittenbrock (2001)½:½
Martin Accola (1826)-Aljoscha Heinlin (1928)0:1
Anna Adzic (1828)-Wolfgang Eisenbeiss (1791)1:0
Rolf Bosshard (1842)-Marcel Schneider (1966)0:1

1. Liga  Ost

Die Tabelle nach dem 3.Spieltag


MannschaftMPEP
1. Gligoric 1617½
2. SprengSchach 1415½
3. Winterthur 3413½
4. Bodan 2312½
5. Pfäffikon 1311½
6. Wädenswil 1211
7. St. Gallen 32
8. Chur 105

Der Spieltag beim Schachbund

Wädenswil 1  ø2003-St. Gallen 3  ø19546:2
am 28.04.2018Erwartung :
Marcel Bodmer (2031)-Frank Wittenbrock (1995)1:0
Peter Szakolczai (2227)-Wolfgang Eisenbeiss (1798)1:0
Kurt Blattner (2005)-Thomas Schoch (1978)½:½
Milan Martin T. (2071)-Benito Rusconi (1919)½:½
Peter Wahl (1919)-Robert Sandholzer (2130)1:0
Gerhard Walter (1991)-Aljoscha Heinlin (1917)½:½
Andreas Georgiadis (1908)-Marcel Schneider (1980)1:0
Jens Rutten (1875)-Martin Keel (1914)½:½

Verdienter 5:3-Erfolg

Favorisiertes Bodan 2 niedergerungen

St. Gallen 3 hatte sich für die Heimpremiere im Tschudiwies gegen das starke Bodan Kreuzlingen 2 viel vorgenommen und vermochte es in die Tat umzusetzen: Der 5:3-Erfolg war verdient und gelang gegen ein Team mit durchschnittlich 40-Elo­punkten mehr pro Brett.
Jan Fecker holte nach knapp drei Stunden mit Schwarz an Brett 8 den ersten halben Punkt. Jan stand die ganze Partie leicht besser, zum vollen Punkt langte es jedoch knapp nicht. Alle übrigen Partien waren zu diesem Zeitpunkt unklar. Benito Rusconi setzte mit Weiss gegen einen Taimanov-Sizilianer voll auf Angriff, liess im eigenen Lager eine Springergabel mit Qualitäts- bis Turmverlust zu, um sich mit den verblie­benen Kräften auf die schon geschwächte schwarze Königsstellung zu stürzen. Das Opfer war bei bester Verteidigung nicht korrekt, aber Benitos Arsenal an Drohungen brachte doch den vollen Punkt. Mit ähnli­chem Rezept rettete Mannschaftsleiter Frank Wittenbrock seine Stellung, die wegen eines marschbereiten, gegnerischen Freibauern auf der a-Linie eigentlich verloren war. Da der Freibauer noch fünf Schritte zu tippeln hatte, baute Frank mit den verbliebenen Figuren Turm, Springer und Läufer eine Drohkulisse für ein Dauerschach auf, die das Blatt nach zwei schwächeren Zügen von Weiss sogar zu wenden vermochte. 2.5:0.5-Führung!
An den Brettern 1 und 2 war Bodan klar favorisiert, aber die St. Galler Robert Sandholzer und Adriano Käppeli hielten ihre Positionen lange in der Remisbreite. Leider griff Robert dann nach zuvor sauber geführter Partie in aufkommender Zeitnot mit einem schnellen Zug fehl.
Den alten Abstand stellte Thomas Schoch an Brett 5 wieder her: Gegen Ralf Heck­mann - der sich mit sieben Siegen in sieben Schwarzpartien in der 2.Liga für Bodans Zweite empfohlen hatte - lieferte sich Thomas lange ein vor allem positionelles Gefecht. Mit doppeltem Druck auf der d-Linie und der Diagonalen a1-h8 heimste Thomas dann den vollen Punkt ein. Seine 1.-Liga-Bilanz steht damit bei phantastischen 8/9! 3.5:1.5 für St. Gallen 3!
Ein Brettpunkt aus drei Partien fehlte nun zum Mannschaftssieg und bei Marcel und Aljoscha an den Bretter 6 und 7 sah es gut aus, nur hatten beide wie auch ihre Gegner noch die Zeitnotphase zu meistern. Joschys Partie mit Königsangriff wirkte gewonnen, aber das Gegenspiel von Martin Hirzel genügte erst nur Neutralisierung und nach dem 40.Zug musste Joschy mit Turm gegen Läufer und Springer und einem Minus-Bauern sehr ums Remis kämpfen. Marcel gewann hingegen in der Zeitnotphase einen Läufer für nur einen Bauern weniger und hatte den Punkt zum Mannschaftssieg in den Händen. Nach dem 40.Zug blieb sein Läufer aber recht passiv und ein wohl verfrühter Vormarsch mit dem König brachte die Partie wegen einiger schwacher Bauern auf Marcels Seite zurück in die Remisbreite. An Brett 2 kämpfte Adriano im Doppelturmendspiel um den halben Punkt. Gegen Routinier Jürgen Schädler reichte es leider knapp nicht. Nun schien ein 4:4 doch noch möglich: Marcels Gegner patzte dann und Joschys zähen Widerstand belohnte die Schachgöttin schliesslich auch mit einem halben Punkt.
Fazit: Die Dritte gewann unterm Strich verdient, weil auch die Niederlagen an den Spitzenbrettern unglücklich waren. In der Form wie zum Saisonstart wird das Team wohl erneut in der 1.Liga bestehen können. Weiter geht es schon am 28. April in Wädenswil: In der Saison zuvor gelang im Heimspiel gegen eine extrem starke Formation der Wädenswiler ein 4:4. Die St. Galler haben also gute Erinnerungen und spielen offenbar immer besonders stark, wenn sie Aussenseiter sind.
Frank Wittenbrock

1. Liga  Ost

Die Tabelle nach dem 2.Spieltag


MannschaftMPEP
1. SprengSchach 1412½
2. Gligoric 1412
3. Winterthur 3411
4. St. Gallen 32
5. Bodan 217
6. Pfäffikon 11
7. Wädenswil 105
8. Chur 10

Der Spieltag beim Schachbund

St. Gallen 3 ø1973-Bodan 2 ø20155:3
am 14.04.2018Erwartung :
Robert Sandholzer (2130)-Dieter Knödler (2242)0:1
Adriano Käppeli (2020)-Jürgen Schädler (2104)0:1
Benito Rusconi (1919)-Michael Norgauer (2008)1:0
Frank Wittenbrock (1995)-Max Knaus (2008)1:0
Thomas Schoch (1978)-Ralf Heckmann (1982)1:0
Aljoscha Heinlin (1917)-Martin Hirzel (1981)½:½
Marcel Schneider (1980)-Philipp Bruttel (1894)1:0
Jan Fecker (1847)-Georgi Georgiev (-) ½:½

Gegen Eloschnitt 2167

Ermutigender Auftakt trotz 2.5:5.5

Einen trotz der Niederlage ermutigenden Saisonauftakt verzeichnete die dritte Mannschaft bei Aufsteiger Winterthur 3. Die Gastgeber traten mit einer NLB-tauglichen Formation an und mussten sich lange mühen, bis ihr Plus von durchschnitt­lich 240 Elo-Punkten pro Brett beim Gesamt­ergebnis Wirkung zeigte. Einige St. Galler Niederlagen waren etwas unglücklich, es hätte knapper ausgehen können.
Ein starkes Debüt für St. Gallen zeigte Adriano Käppeli mit Weiss am sechsten Brett. Mit dem Läuferpaar zog der 20jährige ein schönes Druckspiel auf und glich den Forfait-Rückstand (leider konnten nur sieben St.Galler aufgeboten werden) nach etwa 2½ Stunden aus. Die übrigen Partien bewegten sich in dieser Phase noch in der Remisbreite. U20-Junior Benito Rusconi übersah im Endspiel gegen Ingo Klaus dann eine Feinheit bei der Zugrei­henfolge und geriet in eine nachteilige Stellung, die nicht mehr zu retten war. Den erneuten Ausgleich schaffte Thomas Schoch mit Schwarz, der gegen Severin Vogt (2105) in schon besserer Stellung von einem groben Fehler profitierte.
Die Kontrahenten von Wolfgang Eisenbeiss und Jan Frei (Brett 2 und 3) wiesen 420 Elopunkte mehr auf, was sich im Geschehen auf dem Brett lange nicht spiegelte. Wolfgang übersah um den 25. Zug einen Bauernvorstoss mit Vertreibung eines Springers, wodurch ein Zentrumsbauer und nach langer Gegenwehr auch die Partie verloren ging. Jan Frei tischte Erich Lang das Wolga-Gambit auf. Sein Gegenspiel am Damenflügel schien den Bauern nicht ganz zu kompensieren und beim Übergang ins Endspiel ging Jan ein Springer verloren. 4:2 für die Gastgeber.
Auf Augenhöhe verlief überraschend auch die Partie am Spitzenbrett zwischen FM Walter Bichsel (Elo 2349) und St. Gallens Mannschaftsleiter Frank Wittenbrock (1995). Frank stand mit Schwarz zwischen­zeitlich sogar besser, liess etwas stärkere Fortsetzungen aus, verplemperte zwei, drei Tempi und dennoch blieb seine Stellung dank eines ewigen Springers im Zentrum gegen einen weniger guten Läufer ausgeglichen. Ein voller Punkt war gegen Ende sogar recht simpel möglich, doch Frank übersah im Endspiel Dame, Turm, Leichtfigur und viele Bauern eine Springergabel zum Qualitätsgewinn. Er hatte nur im Defensiv-Modus in die Stellung geschaut und die eigenen taktischen Möglichkeiten gar nicht gecheckt. So verpasste er eine gute Vorgabe für den Bärentöterpreis 2018.
Den Punkt zum 5.5:2.5 für die Gastgeber musste dann Marcel Schneider an Brett 7 zulassen. Marcel stand mit Schwarz zwar etwas passiv, aber die Position schien lange haltbar. Im Schwerfiguren-Endspiel ermöglichte Marcels finachettierte Dame auf g7 dann taktische Schläge, die nicht zu parieren waren.
Fazit: Von der nominellen Stärke zählt die Dritte in ihrer zweiten 1.Liga-Saison klar zu den Abstiegskandidaten. Aber der Auftritt in Winterthur hat gezeigt, dass sich die Mannschaft von höheren Zahlen nicht schrecken lässt. Im Gegenteil, es scheint sie zu befreien. Gegen etwas weniger starke Mannschaften als Winterthurs "NLB-Team" sollten daher Mannschaftspunkte gelingen. Vielleicht schon am 14. April im Heimspiel gegen Bodan 2. Beim 3:5 im Herbst hatte die Dritte bereits Chancen auf ein 4:4.
Frank Wittenbrock

1. Liga  Ost

Die Tabelle nach dem 1.Spieltag


MannschaftMPEP
1. SprengSchach 12
2. Winterthur 32
3. Gligoric 125
4. Bodan 214
4. Pfäffikon 114
6. Wädenswil 103
7. St. Gallen 30
8. Chur 10

Der Spieltag beim Schachbund

Winterthur 3 ø2167 (7 Br.)-St. Gallen 3 ø1925:
am 24.03.2018Erwartung :
Walter Bichsel (2349)-Frank Wittenbrock (1995)½:½
Sebastian Gattenlöhner (2221)-Wolfgang Eisenbeiss (1798)1:0
Erich Lang (2216)-Jan Frei (1788)1:0
Ingo Klaus (2129)-Benito Rusconi (1919)1:0
Severin Vogt (2105)-Thomas Schoch (1978)0:1
Claudio Gloor (2092)-Adriano Käppeli (2020)0:1
Marcel Liebhart (2059)-Marcel Schneider (1980)1:0
Roman Freuler (2060)-N.N.1:0 ff
St. Gallen 3-Pfäffikon 10:0
am 30.06.2018Erwartung ?:?
SprengSchach 1-St. Gallen 30:0
am 08.09.2018Erwartung ?:?
St. Gallen 3-Gligoric 10:0
am 22.09.2018Erwartung ?:?